Dem Katalog kommt auch im Zeitalter des E-Commerce eine hohe Bedeutung zu. Darauf weist der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) im Zusammenhang mit der jüngsten Insolvenz des Versandhandelshauses Quelle hin und betont die existenzielle Bedeutung der Katalogproduktion für den Versandhandel. Die Entwicklung der Quelle im letzten halben Jahr sei ein wichtiger Beleg dafür. „Entscheidend ist die richtige Strukturierung der Kataloge entsprechend den Anforderungen des Marktes“, sagt Hauptgeschäftsführer Thomas Mayer in Wiesbaden.

Nach vielen Studien schauen drei von vier Online-Käufern zunächst in den Katalog und bestellen dann online. Trotz der Geschäftsmöglichkeiten im Internet bleibt der gedruckte Katalog nach Auffassung des bvdm Herzstück für den Verkauf im Versandhandel. Die besondere Anmutung und Haptik der Druckwerke begünstige die Käuferentscheidung in einem Maße, wie sie ein Online-Shop nicht bieten kann. Dies belegen Studien wie zum Beispiel die der TNS-Infratest.

Die hohe Bedeutung der Katalogproduktion für den Versandhandel belegen auch die Wirtschaftszahlen: 2008 betrug der Anteil der Kataloge am Produktionsvolumen der deutschen Druckindustrie von 18,4 Milliarden Euro 7,1 Prozent und hat damit eine hohe Bedeutung erlangt. Allein in den letzten fünf Jahren seit 2003 ist die Katalogproduktion um plus 12,8 Prozent gewachsen. Nach der TNS-Infratest-Studie aus 2009 nutzen 70 Prozent der Online-Käufer Kataloge. Selbst in den internetaffinen Altersgruppen bis 39 Jahren liegt die Katalognutzung bei 64 Prozent. Der Versandhandel insgesamt wächst seit 1986 kontinuierlich, zuletzt im Jahr 2008 um plus 3,6 Prozent. Trotz Krise wird für 2009 ein weiteres Wachstum von 1,7 Prozent erwartet.

Insgesamt haben sich Erscheinungsbild und -zyklen des klassischen Kataloges in den letzten Jahren stark verändert. Kataloge werden von werbetreibenden Unternehmen zielgruppenorientierter und häufiger publiziert. Ein klarer Trend ist die personalisierte Ansprache. Dazu liefern die Unternehmen der Druckindustrie  moderne Datenbanklösungen.

Freilich verliert die Druckindustrie durch die Quelle-Insolvenz einen wichtigen Kunden. Nach Einschätzung des bvdm werden die betroffenen Druckereien diesen Verlust aber ausgleichen, weil sie ausgesprochen leistungsfähig und international aufgestellt sind. Sie gehören zu den größten Druckunternehmen in Europa.

Quelle: Bundesverband Druck und Medien e.V.

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