Stephan Josef Dick, Inhaber der Firma NetzwerkCoaching, im Gespräch mit Europadruck.

Herr Dick, Sie sind seit 10 Jahren selbständig und Inhaber der Firma NetzwerkCoaching, ein spezielles Angebot für die Druckindustrie. Was genau leistet NetzwerkCoaching eigentlich?

NetzwerkCoaching ist ein Zusammenschluss von Coachs mit der konkreten Ausrichtung, Führungskräfte im druck- und druckverwandten Gewerbe übers Telefon zur Seite zu stehen. Konkret lassen sich dabei zwei Schwerpunkte erkennen:
1) Wir sorgen dafür, dass Unternehmer und Führungskräfte dem, was wesentlich ist, was wirklich wichtig ist, die nötige Aufmerksamkeit geben.
2) Wir sind Spezialisten zum Thema Menschsein. Theoretisches Wissen über was zu tun und wie es zu tun ist, ist ja genügend vorhanden. Wir decken die entscheidenden, menschlichen Wirkfaktoren auf und machen den Weg frei für tatsächliches Handeln.
Ein Beispiel: Jeder weiß, was er tun muss, um abzunehmen- weniger Essen und mehr Bewegung. Zwischen Wissen und Tun liegen Welten. Wir stehen für diesen Schritt ein.

Sie bieten Ihren Kunden ein „Coaching über das Telefon“ an, eine doch recht unorthodoxe und wenig praktizierte Methode. Was veranlasste Sie diesen Weg zu gehen und worin sehen Sie die Vorteile?

Das Unorthodoxe besteht darin, etwas Alltägliches und vielfach Erprobtes als qualifizierte Unterstützung über einen längeren Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Wir alle schätzen Menschen, die zu uns stehen und ein offenes Ohr für unsere Belange haben, ohne uns gleich mit Ratschlägen zu erschlagen. Die Methode besteht darin, dieses vielfach bewährte Handeln als regelmäßige, verlässliche Struktur mit einem professionellen Gegenüber zur Verfügung zu stellen.
Dieses Prinzip als Dienstleistung habe ich konsequent verfolgt, da ich in meinen eigenen beruflichen Krisen (Selbständigkeit, Familie mit 4 kleinen Kindern, nicht wissen, wo der nächste Auftrag herkommt), Menschen zur Begleitung für mich gewählt hatte, die nicht vor Ort waren. Das Telefon war da sozusagen zunächst eine Notlösung. Gerade weil ich selbst sehr schwer Ratschläge von „Beratern“ annehme, genoss ich ein Gegenüber zum Reflektieren und Herauskristallisieren des eigenen Wissens.
Folgende Vorteile sehe ich in dieser Dienstleistung:
1) Am Telefon sprechen Menschen leicht und frei über alles, wirklich alles.
2) Coaching übers Telefon wirkt daraus, direkt im Alltag anwesend zu sein. Da der Termin leicht und kurzfristig eingeschoben werden kann, steht der Coach sozusagen mitten im Geschehen seinen Kunden zur Seite.
3) Wissen darüber, wie Probleme zu lösen sind, ist meistens ausreichend vorhanden. Es geht mehr darum, was einen hindert, die eigenen Stärken in Handlung umzusetzen. Das ist ein völlig anderer Blickwinkel, der etwas mit dem eigenen Menschsein zu tun hat. Es ist eine gemeinsame Untersuchung. Einander zu hören ist absolut ausreichend für tiefste Erkenntnisse und Motivation.

Richten Sie Ihre Dienstleistung innerhalb der Druckindustrie speziell an einen bestimmten Personenkreis?

Absolut. Wir coachen Führungskräfte, meist Inhaber und Geschäftsführer. Die Art, wie wir mit ihnen arbeiten, hat sehr schnell Auswirkungen auf den Umgang mit deren Leuten. Automatisch übernehmen sie hilfreiche Sichtweisen und wirksame Fragestellungen und wenden somit das selbst Erfahrene auf ihre Mitarbeiter an.
 
Welche Vorteile kann ich als Nutzer Ihres Angebotes erwarten?

Der Zeit – Nutzen Faktor ist sehr hoch. Ein Telefonat wirkt immer wieder für Tage und Wochen. Und, wie schon mitgeteilt, wenn’s mal brennt, stehen wir auch kurzfristig zur Verfügung. Niemand muss es mehr alleine schaffen.

Könnten Sie uns bitte ein paar Zahlen und Fakten zu der durchschnittlichen Gesamtdauer eines Coachingprozesses, den Themen, Inhalten und den Kosten nennen?

Zu Zahlen und Fakten:
Nach einem Probegespräch vereinbaren wir zunächst immer eine 3- Monats¬vereinbarung. Innerhalb dieser Zeit telefonieren wir ca. einmal die Woche, bei Bedarf auch öfters oder weniger. Häufig entscheiden sich Unternehmer nach dieser Zeit, Coaching weiter nutzen zu wollen. Manch einer gönnt sich unsere Begleitung über Jahre, so wie man gerne ein gutes Werkzeug nicht mehr missen möchte.

Zu Themen und Inhalten:
Die grundlegende Frage ist immer: Was ist gerade wesentlich, was ist wirklich, wirklich wichtig? Es geht darum, hinter die vordergründigen Themen wie Auftragslage, Mitarbeiter oder die eigene Stresssituation zu schauen. Dort zeigen sich häufig nicht gelebte Lebensträume oder schon lange bestehende Konflikte. Die Auswirkungen sind Kraftlosigkeit und innerer Stress. Unsere Einladung lautet, sich selbst noch besser kennen zu lernen und sich von dort aus für neue Wege und Möglichkeiten zu entscheiden. Dabei schauen wir in erster Linie, wo Stärken, Leidenschaft und Inspiration zugrunde liegen. Wenn Kollegen in der Coachingbranche sich als Fachleute für betriebliche Prozesse, Zeitmanagement oder ähnliches definieren, so sind wir NetzwerkCoachs Fachleute für das Menschsein.

Zu Kosten und Preis:
Wir sind nicht billig, aber günstig. Verglichen mit einem Coaching oder Training vor Ort, das mit einem Tagessatz zwischen 1.000 und 2.000 Euro berechnet wird, können wir im ähnlichen Preissegment eine Begleitung über 3 Monate sicher stellen.

Sicherlich werden in den Gesprächen mit Ihren Kunden die Grenzen zwischen dem geschäftlichen und dem privaten Bereich im ein oder anderen Fall überschritten. Ab wann ziehen Sie persönlich eine Grenze oder ist das überhaupt nicht möglich?

Das ist eine gute Frage. Man kann nicht davon sprechen, eine Grenze zu überschreiten, weil es diese Grenze in unserer Wirklichkeit nicht gibt. Aus meiner Sicht sind wir nicht getrennt in Berufsmensch und Privatmensch. Wir sind immer beides. Anders ausgedrückt, wird es in einem Coachingprozess sehr persönlich. Dabei geht es weniger um die persönlichen Einzelheiten des Geschehens, sondern mehr um das Verstehen der Zusammenhänge und Wirkungsweisen des eigenen Handelns. Die Erlebnisse im Beruflichen wie im Privaten sind dabei wie zwei Seiten einer Medaille. Schaue ich die eine an, wird auch die andere plötzlich sichtbar. Und Vielen tut es richtig gut, das Private in einem Prozess nicht ausklammern zu müssen.

Glauben Sie, dass gutes Coaching in manchen Fällen eine bessere Rendite bringt als eine neue Druckmaschine?

Ja sicher, hier zwei Beispiele, was ich unter „in machen Fällen“ verstehe:
1) Wenn über 50 Prozent der Mitarbeiter ihre ganze Intelligenz dafür einsetzen, nur nicht aufzufallen, nur nicht zu gut sein: „Man könnte ja mehr von mir fordern, wenn ich zeige, was ich wirklich kann.“ Aus einer motivierten Mannschaft mit schlechten Maschinen ist immer mehr herauszuholen als aus dem modernsten Maschinenpark mit Menschen, die Dienst nach Vorschrift leisten.
2) Wenn der Chef aus Gründen der Arbeitsüberlastung keinen Freiraum mehr für eine gründliche Klärung der eigenen Positionierung hat. Vor dem Kauf einer neuen Maschine lohnt es sich häufig mit einer Coachingbegleitung die eigene Persönlichkeit, die Unternehmensstruktur, das dazu passende Marketing und die damit zusammen hängenden Strategien genauer zu betrachten.

Wie schätzen Sie das Entwicklungspotential für Ihr Unternehmen „NetzwerkCoaching“ in den nächsten Jahren ein?

Sehr groß. Im Zeitalter von Vernetzung, Internet, Email, Telefonkonferenzen und immer weniger Zeit für Wesentliches wird Coaching übers Telefon eine ganz gewöhnliche Sache für Führungskräfte werden. In international arbeitenden Unternehmen ist das heute schon gang und gebe. Ich glaube daran, dass unser Netzwerk, das zur Zeit aus sechs Coachs besteht, sich immer weiter ausweiten und ausbauen wird.

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