Die WAZ aus Essen rüstet auf. Offensichtlich will man nicht länger kampflos Kunden und Aufträge an Wettbewerber abgeben. Als starker Partner steht der WAZ das irische Unternehmen Tweak.com zur Seite. Das gemeinsame Ziel: Den Kampf um Marktanteile im Online-Printgeschäft zu gewinnen.

Kommt jetzt die Markbereinigung?

Mit der Essener Verlagsgruppe ist erstmalig eines der großen europäischen Medienhäuser ins Online-Printgeschäft eingestiegen. Mit dieser Nachricht dürfte bei den vielen kleinen und mittleren Druckereien das große Zittern losgehen. Oder weitergehen? Die Strategie des westfälischen Riesen ist nicht schwer zu erraten: Harter Verdrängungswettbewerb. Zusätzliche Auslastung der Druckmaschinen mit Aufträgen aus der Privatwirtschaft. Kampfpreise bis ans Limit.

Die Wahl der Mittel

Das neue Angebot der WAZ sieht in etwa wie folgt aus:
-Kunden können aus einem Pool von Designvorlagen auswählen.
-Kunden können aus einer Vielzahl von Texten auswählen.
-Kunden können Ihre Anzeigen direkt selbst gestalten.
-Die Schaltung der Anzeigen ist bis kurz vor Redaktionsschluss möglich.

Das Ganze ist ein Web-basiertes Angebot von Tweak.com, dem neuen WAZ-Partner. Zielgruppe des neuen Online-Shops: kleine und mittlere Unternehmen im Verbreitungsgebiet der Lokalblätter. Aber ob es dabei wirklich bleibt? Kaum zu glauben.

Die simple Idee von Tweak.com

Wozu muss man noch eine Agentur beauftragen? Unternehmen können mit Tweak.com ihre Werbemittel auch selbst erstellen. Anzeigen, Briefbögen, Flyer, Broschüren – alles kein Problem. Rund eine Million Designvorlagen und Logos und Fotos machen es möglich. Hinzu kommen Textbausteine für ca. 350 verschiedene Branchen.

In dem Projekt Tweak.com, sollen fünf Jahre Arbeit stecken. Beteiligt waren Designer, Fotografen, Grafiker, Texter, Prepress-Experten & Illustratoren. Mit dem Ergebnis werden sie wohl zukünftig viele Kollegen um ihre Arbeit bringen.

Und womit wirbt Tweak.com? Die Antwort: „Die Kosten für Printmedien lassen sich um bis zu 80 Prozent senken!“, sagt das irische Unternehmen lakonisch. Da braucht man wirklich keine weiteren Argumente mehr.

Wer steckt hinter dem Deal?

Mark-Oliver Multhaupt und Jerry Kennelly sind die Köpfe hinter dem Geschäft. Zwei Jahre will man es erst einmal miteinander versuchen. So lange gilt vorläufig der geschlossene Vertrag. Multhaupt war früher Chefredakteur bei Associated Press. Kennelly, Chef von Tweak.com, hat eigentlich seine Brieftasche bereits gut gefüllt. Vor 6 Jahren verkaufte er seine Fotodatenbank „Stockbyte“ für 110 Millionen Euro an Getty Images. Beide zusammen, haben Großes vor. Ob es gelinkt, ist noch offen. Sicher ist nur: Das hart umkämpfte Geschäft der Druckmedien dürfte eine neue Dimension bekommen haben.

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