„Irgendwann ist immer das erste Mal“ heißt es so schön. Dies trifft auch auf diesen Blogbeitrag zu. Heute habe ich die Möglichkeit, mich und meine Erfahrung zum ersten Mal in diesem Blog zu präsentieren.

Damit Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben, stelle ich mich kurz vor: Mein Name ist Daniela Brotsack, ich bin Schriftsetzermeisterin, Fachfrau für Werbung und DTP sowie Medienmarketing- Fachwirtin BAW. Meine Laufbahn führte mich über Druckereien, Medien- und Lokalisierungsbetriebe, Marketing & Vertrieb zu einer nebenberuflichen Selbständigkeit als Korrektorin und Lektorin.

Daniela Brotsack

In etwa 25 Jahren Berufsleben habe ich viel erlebt – und oft den Kopf geschüttelt. Denn viele Menschen glauben immer noch, ein Druckwerk (Briefpapier, Visitenkarten, Flyer, sogar Kataloge) ist in Sekundenschnelle aus dem Ärmel zu schütteln. Darum werden solche Aufträge oft auch nicht richtig geplant und müssen dann von allen Beteiligten unter Druck erledigt werden. Oft genug entspricht in solchen Fällen das Resultat nicht der Vorstellung des Auftraggebers.

Um solche Situationen zu vermeiden, gebe ich Ihnen ein wenig Einblick in die Materie:

DRUCKSACHEN SIND KEINE HEXEREI

Hans Top hat eine Schlosserei mit mehreren Angestellten, in der nicht nur die üblichen Treppengeländer, Fenstergitter, Balkonumrandungen etc. hergestellt werden. Die neuesten Produkte der Schlosserei sind Blumensäulen mit wundervollen Verzierungen.

Von Kunden, die hin und wieder in die Schlosserei kommen, werden diese Produkte wohl gekauft. Doch durch die fehlende Laufkundschaft ist der Erlös dadurch noch etwas mager.

„Wir machen Werbung!“, verkündet Hans Top seiner Sekretärin Tina Helle. „Ich möchte einen Produktkatalog machen, den wir unseren Kunden mitgeben können. Fotos haben wir ja von allen Sachen schon. Schreib etwas Text dazu und hefte die Seiten links oben.“

Tina sieht ihren Chef an. „Wie sieht das denn aus? Diese Blumensäulen kosten nicht gerade wenig Geld und sind exklusiv. Die können wir nicht einfach so billig präsentieren. Da gehört ein gedruckter Flyer her.“

Hans Top legt den Kopf schief. „Da könnte was dran sein. Das ist jetzt dein Projekt.“

„Ich habe noch etwas“, er wedelt mit einem Einrichtungsmagazin vor ihrer Nase herum. Mit einem „In der nächsten Ausgabe. Mach mal.“, verlässt er das Büro wieder, bevor seine beste Kraft überhaupt die Chance hat, etwas zu erwidern.

Nun hat Hans Top noch nie eine Broschüre drucken lassen oder Werbung in einem Magazin gemacht. Und Tina Helle noch weniger. Das Firmenlogo gibt es schon seit Großvaters Zeiten, die Visitenkarten hat der Chef über einen Internetdienst gemacht …

Irgendwo muss Tina Helle beginnen. Also ruft sie zuerst in der Anzeigenannahme des Magazins an. Schüchtern bringt sie ihr Anliegen vor. „Die Mediadaten finden Sie auf unserer Website. Der DU für die nächste Ausgabe ist leider schon vorbei. Aber wir haben noch Platz im Monat darauf. Da müssten wir ihre Printdaten am 15. des nächsten Monats hier haben. Wir haben noch die U3 frei. Im Innenteil haben Sie noch große Auswahl. Bitte melden Sie sich, sobald Sie sich entschieden haben, was Sie genau buchen wollen. …“

Tina Helle lässt den Hörer sinken. Das ist ihr jetzt eindeutig zu viel. Was sind Mediadaten, ein DU oder die U3? Alles böhmische Dörfer für sie. Aber Tina macht ihrem Namen alle Ehre und erinnert sich daran, dass eine ihrer Chorbekanntschaften Grafikerin ist. Damit würde sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Schon wieder viel besser gelaunt, ruft sie dort an. Als sie erklärt, worum es geht, entgegnet die Grafikerin: „Das ist alles keine Hexerei. Man muss nur – wie in allen Bereichen – ein wenig Grundwissen mitbringen. Und – ganz wichtig – man muss wissen, was genau man möchte. Ich schlage vor, ich komme in den nächsten Tagen zu euch. Dann können wir reden und ich mache euch ein Angebot für Broschüre und Anzeige.“

Nach einem ausführlichen Telefonat ist Tina schon viel schlauer. Nun weiß sie, welche Arbeitsschritte vor ihr liegen. Sie holt sich die Mediadaten aus dem Internet und wartet auf ihren Chef. Hans Top wird bei seiner Rückkehr gebeten, sich zu setzen. Anhand der Mediadaten wird die Größe der Anzeige von Hans und Tina gemeinsam diskutiert.

Tina brilliert nun mit ihrem neu gewonnenen Insiderwissen und kurz darauf kann sie einen Termin mit ihrer Bekannten ausmachen. Die kommt auch zuverlässig, bringt Beispielbroschüren und Ideen mit. Die Fotos werden gesichtet und teilweise für nicht gut genug befunden. „Das muss richtig ausgeleuchtet sein. So fotografiert bringt euch das keine Kunden. Tina kann das viel besser. Sie ist im Fotoclub. Ich kenne einige ihrer Aufnahmen.“, erklärt die Grafikerin dem Chef. „Und der Text muss auch professionell sein. Oder ihr schreibt wirklich nur die reinen Produktangaben dazu.“

Nach einiger Zeit sind Größe und Stil der Broschüre klar. „Ich mache euch einen Entwurf. Dazu brauche ich dann auch Fotos von den Produkten, euer Logo und die Adresse, oder was sonst alles auf die Broschüre muss.“

Hans Top gibt bei der Grafikerin auch die Anzeige in Auftrag. Nach einer Diskussion über das wie, aus der die Grafikerin als Siegerin hervor geht, ist alles geklärt. „Meinen Kostenvoranschlag für beide Projekte bekommt ihr morgen.“

Hans ist mit Tina wieder alleine. Er wendet sich zu seiner Sekretärin. „Puh, ich hätte nie gedacht, dass bei einer Broschüre und einer popligen Anzeige so viel zu beachten ist. Jetzt haben wir beide einiges dazu gelernt. Wenn deine Bekannte Recht hat, bringt uns das jetzt richtig vorwärts.“

Die Broschüre wird eine Wucht und bringt viele Kunden aus der näheren Umgebung. Die Anzeige bringt der Schlosserei zusätzlich zahlreiche Kunden aus der Ferne. Das hat allerdings auch mit dem PR-Artikel zu tun, den Tina auf einen Tipp der Grafikerin hin angeregt hat – und der geschmackvollen Bearbeitung der Anzeige durch die Layouterin, die sich mit der gesamten Aufmachung des Einrichtungsmagazins genau auseinander gesetzt hatte.

Drucksachen sind in der Tat keine Hexerei. Doch es sind sehr wohl Richtlinien zu beachten, die man kennen muss. Um die Einhaltung dieser Vorgaben kümmert sich der professionelle Grafiker bzw. Layouter bzw. die Druckerei. Sie als Kunde müssen nur Ihre Wünsche äußern und alles wird nach Möglichkeit umgesetzt. Eine zeitlich gute Planung kommt einem guten Endergebnis entgegen.

 

WICHTIGE FACHBEGRIFFE

2c / 4c:   2c = zweifarbig (c steht für colour), 4c ist demnach vierfarbig. Angaben für vorgedruckte Briefbögen können z. B. sein: 4/0-farbig. Das bedeutet, die Vorderseite des Papiers wird vierfarbig bedruckt, die Rückseite bleibt ohne Druck.

Abfallend:   Drucksachen werden normalerweise nach dem Druck an mindestens drei Seiten beschnitten. Wenn eine Drucksache einen farbigen Hintergrund aufweist, der das komplette Format ausfüllt oder mindestens an zwei Seiten (z. B. eine rote Ecke) zum Beschnitt geht, spricht man von einem „abfallenden“ Hintergrund. Das heißt, die Farbfläche muss beim Druck größer sein, damit hinterher nichts „blitzt“, sprich keine weiße Fläche am fertig beschnittenen Rand zu sehen ist.

C1, C2, C3, C4:   wahlweise auch U1-U4 oder CVR1-CVR4: bezeichnet das Cover, beziehungsweise den Umschlag einer Drucksache. Dieser Umschlag (bei Zeitschriften) ist meist auf stärkerem und glänzendem Karton gedruckt und die Anzeigen auf diesen Seiten sind teurer als der Rest.

dpi:   Dots per inch = Auflösung eines Bildes = Feinheit des Rasters. Bilder in Drucksachen (Ausnahme: Tageszeitung) haben üblicherweise 300 dpi.

Druckdatei:  Das bezeichnet die Datei, von der gedruckt wird. Sehr häufig wird von PDF- Dateien gedruckt, die zum Beispiel aus einer Indesign-Datei generiert werden, in der das Original erstellt wurde.

DU:   Druckunterlagenschluss = letztmöglicher Abgabetermin der Druckunterlagen bei Redaktion bzw. Druckerei

Satzspiegel:   Das ist z. B. bei einem Buch die Größe der Fläche, die mit Text bedruckt ist. Diese Fläche sitzt normalerweise auf jeder linken sowie auf jeder rechten Seite immer am gleichen Platz und hat die gleiche Größe. Die Seitenzahl, Kopf- oder Fußzeilen liegen außerhalb des Satzspiegels.

Umbruch:   Wenn ein Text nicht in eine Zeile/Seite passt, wird der Rest in die nächste Zeile/Seite umbrochen.

Versalien:   Großbuchstaben

Zip-Datei:   Die .zip-Datei ist ein gängiges Format, in das oft Programme oder viele Einzeldateien verpackt werden, um sie z. B. unbeschadet zu versenden oder ggf. ihr Volumen etwas kleiner zu halten. Programme, mit denen man Dateien verpacken oder entpacken kann, werden auch als Freeware angeboten.

 

CHECKLISTE DRUCKSACHEN:

Um Ihnen die Vorbereitung Ihrer Drucksachen so einfach wie möglich zu machen, hier drei Checklisten, die Sie durch Eintragungen oder Ankreuzen ausfüllen können.

 

VORBEREITUNG ANZEIGE

Wenn Sie mit folgenden – vollständigen – Daten zu Ihrem Grafiker gehen, haben Sie schon halb gewonnen. Von Ihnen benötigt dieser dann nur noch, welche Angaben sich auf der Anzeige befinden sollen (vorhandenes Produktfoto, Adresse, Website, …)

Sie haben die nötigen Mediendaten? Diese finden Sie meist als PDF-Datei im Internet. Das Zeitschriftenformat _________________ (Breite x Höhe)

Satzspiegelgröße _________________ (Breite x Höhe) O Linke Seite / O rechte Seite

O Doppelseite / O ganze Seite / O halbe Seite oben / O halbe Seite unten / O halbe Seite links / O halbe Seite rechts

Die Seitenzahl: Seite _______

O abfallend / O im Satzspiegel

Die Farben: O 4 C / O Schwarz / O Sonstige: ____________________________________

 

VORBEREITUNG DRUCKSACHE

Diese Daten sind vor allem für die Druckerei, aber zum Teil auch für den Grafiker wichtig. Wenn das alles geklärt ist, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Bezeichnung: ______________________________________

Größe der Drucksache: _____________________________ (Breite x Höhe)

Abfallende Ränder: ________________________ (z.B. links/unten)

Anzahl Seiten: _____________________________ (>2 Seiten sollten durch 4 teilbar sein, oder Sie legen einen Zweiseiter mit ein)

Papier: ___________________________________ (besprechen Sie dies mit Ihrem Drucker)

Papier Umschlag: __________________________(besprechen Sie dies mit Ihrem Drucker)

Farbe/n: _________________________________________________________________

Falzung: Geben Sie Ihrem Drucker einen Ausdruck mit Falz als Muster, um Missverständnissen vorzubeugen.

Sonstiges (Lochung, Nummerierung, Perforierung, Lackierung, Prägung, Stanzung etc.):

_______________________________________________________________________ Auflagenhöhe: _____________________ Stück

 

ANGABEN FÜR IHRE DRUCKEREI AM BEISPIEL EINES VIERSEITERS:

Sie möchten einen vorbereiteten Flyer drucken lassen. Hier ein Beispiel, welche Informationen die Druckerei von Ihnen benötigt. Druckdatei mit diesen Angaben zur Druckerei senden und entspannt auf die Lieferung warten.

Papier: 90 g matt gestrichen, weiß

Größe: DIN A5, gefalzt auf DIN A6 Seite 1 abfallend

Farben: Seite 1 = 4c + Pantone 132 U (gold) / Seiten 2/3/4 = 1c schwarz Lieferung: bis Datum

 

WAS ES NOCH ZU WISSEN GIBT

Bitte beachten Sie, dass zum Beispiel bei der Lackierung des Papiers ein längerer Trocknungsprozess (kommt auf Papier, Temperatur und andere Faktoren an) vor der Weiterverarbeitung zu berücksichtigen ist, der auch für ungeduldige Kunden nicht verkürzt werden kann.

Sie brauchen ein Plakat für Ihre Außenwerbung? Lassen Sie sich beraten (lichtechte Farbe, wetterfeste Beschichtung etc.).

Nicht vergessen: Lieferadresse und Rechnungsadresse (ggf. USt-IdNr. In DE, oder UID in AT – das ist die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die Umsatzsteuerpflichtige haben müssen) beim Auftrag angeben.

Vielleicht brauchen Sie auch noch eine Artikelnummer zur Zuordnung in Ihrem eigenen Lager. Dann geben Sie diese bitte auch an.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Daniela Brotsack

www.exlibris-d.de

Ihr Korrektur-Service

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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